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Data sharing for tomorrow's medicine


Can artificial intelligence revolutionize drug development? How can innovative medicine be made accessible to all patients and still keep healthcare affordable? These and similar questions were discussed at this year's TREFFpunkt Gesundheitsindustrie on June 11, 2024 in Ulm. It became clear what opportunities new technologies offer for healthcare - and that Baden-Württemberg's healthcare industry needs to be further strengthened. Ministerial Director Michael Kleiner emphasized Baden-Württemberg's innovative strength and the importance of "targeted use of healthcare data".


More Information in German below.

 

Datensharing für die Medizin von morgen


Kann Künstliche Intelligenz die Arzneimittelentwicklung revolutionieren? Wie kann innovative Medizin allen Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden und die Gesundheitsversorgung trotzdem bezahlbar bleiben? Um diese und ähnliche Fragen ging es beim diesjährigen TREFFpunkt Gesundheitsindustrie am 11. Juni 2024 in Ulm. Dabei wurde deutlich, welche Chancen neue Technologien für die Gesundheitsversorgung bieten – und dass es gilt, Baden-Württembergs Gesundheitsindustrie weiter zu stärken. Ministerialdirektor Michael Kleiner unterstrich die Innovationskraft Baden-Württembergs und die Bedeutung einer „zielführenden Nutzung von Gesundheitsdaten“.


Mit namhaften Big Playern wie Boehringer Ingelheim und Rentschler Biopharma sowie klinischen Spitzenforschungszentren wie dem Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) ist die Region Ulm Forschungs- und Technologie-Knotenpunkt für die biopharmazeutische Forschung und die Produktion innovativer Arzneimittel. Deshalb war Ulm auch der passende Veranstaltungsort für den diesjährigen TREFFpunkt Gesundheitsindustrie, das zentrale Branchentreffen für Medizintechnik- und Biotechnologie-Unternehmen und die Pharmazeutische Industrie in Baden-Württemberg. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsstandortes waren am Dienstag, 11. Juni, im Ulmer Stadthaus dabei, um sich über Innovationen aus dem Medizinbereich zu informieren, sich Impulse für ihre Arbeit zu holen und sich auszutauschen.


In seinem Grußwort betonte Ministerialdirektor Michael Kleiner vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, dass Baden-Württemberg – gemessen an der Intensität von Forschung und Entwicklung und der Zahl der Patentanmeldungen – Deutschlands innovativstes Bundesland sei. Diese Innovationskraft gelte auch für die Gesundheitsindustrie. Wichtig sei es deshalb, sich auch „ungeliebten Themen“ zu widmen, wie etwa der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) oder der Diskussion über per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS. „Ein Universalverbot von PFAS wäre hier nicht richtig, aus Sicht des Wirtschaftsministeriums muss eine Verwendung ermöglicht werden“, sagte Kleiner. Zudem betonte er, dass für die Weiterentwicklung von Gesundheitsindustrie und Gesundheitswesen eine „zielführende Nutzung von Gesundheitsdaten“ wichtig sei.


Starke Gesundheitsbranche in Baden-Württemberg

Dr. Sandra Zimmermann von der WifOR GmbH, die jedes Jahr die wirtschaftlichen Kennzahlen der Gesundheitswirtschaft erhebt und auswertet, machte sich in ihrem Impulsvortrag für eine „neue Sichtweise“ stark: „Wir dürfen das Gesundheitswesen nicht als Kostentreiber sehen, sondern die Gesundheitswirtschaft als Motor für Wachstum und Beschäftigung“, sagte sie. Im Jahr 2022 hat die Gesundheitswirtschaft 61 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung in Baden-Württemberg verbucht, mit 1,1 Millionen Beschäftigten. „Die industrielle Gesundheitswirtschaft fördert den Wohlstand, stärkt den Außenhandel und stabilisiert die Wirtschaft“, so Zimmermann. „Investitionen in die Gesundheitswirtschaft sind daher Investitionen in die Zukunft.“


KI als intelligente Assistenz

Um die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die Medizin von morgen ging es in der Keynote von Prof. Dr. Britta Böckmann vom Graduiertenkolleg WisPerMed sowie der Fachhochschule Dortmund. Sie erklärte, dass Künstliche Intelligenz bereits in vielen Bereichen der Medizin im Einsatz sei, etwa in Fitness-Apps, in der KI-assistierten Diagnostik, in der Forschung oder der Entwicklung neuer Medikamente. Um die Möglichkeiten von KI noch mehr auszuschöpfen, gelte es aber, Daten aus Apps, Trackings, Vitalwerte, Proben, medizinische Bilder, Genomdaten sowie Daten aus der elektronischen Patientenakte zusammenzuführen. „Das Problem in Deutschland sind Datensilos, es gibt keine Standardisierung und der Datenschutz verhindert das Data Sharing“, so Böckmann. „Dabei nutzt das Teilen der Daten allen.“ Böckmann betonte in ihrem Vortrag, dass Ärztinnen und Ärzte nicht durch KI ersetzt werden sollen. Vielmehr seien KI-Anwendungen „als intelligente Assistenten“ zu betrachten, „die Ärztinnen und Ärzte von Routinetätigkeiten entlasten, eine einheitliche Qualität sicherstellen sowie Therapien benennen können, die bei einer Patientin oder einem Patienten individuell Wirkung zeigen“.


Dr. Christian Kaiser von Siemens Healthineers betonte in der anschließenden Diskussionsrunde ebenfalls, dass Gesundheitsdaten strukturiert zusammengeführt und standardisiert werden müssten. „Nur so wird Präzisionsmedizin möglich und bezahlbar“, so Kaiser.


Im Interview zum Thema Health Gender Data Gap mit Moderator Ingolf Bauer erklärte Prof. Dr. Sonja Loges vom DKFZ und der Universitätsmedizin Mannheim, dass Frauen künftig stärker in klinische Studien einbezogen und Zulassungsbehörden wie die FDA und EMA mehr in die Verantwortlichkeit genommen werden müssten, um geschlechtersensible Medizin zu ermöglichen.


Innovative Medizin – für alle

Die Innovationskraft Baden-Württembergs zeigten junge Unternehmen und richtungsweisende Projekte. Um die Frage, wie alle Patientinnen und Patienten von innovativen Technologien profitieren können, drehte sich die abschließende Podiumsdiskussion mit Christiane Bardroff, COO bei Rentschler Biopharma, Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Standortsprecher des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit Ulm, Prof. Dr. Axel Olaf Kern und Dr. Janina Ulmer, Geschäftsführerin der Stuttgart Partnership Initiative – Mass Personalization (SPI-MP). „Es müssen neue Finanzierungswege eröffnet werden, um zukünftige medizinische, medizintechnische und pharmazeutische Innovationen den Patienten auch wirklich zur Verfügung stellen zu können und die Versorgungsprozesse zu optimieren“, so Kern, Professor für Gesundheitsökonomie an der Hochschule Ravensburg-Weingarten und Leiter des Steinbeis Transferzentrums für Gesundheits- und Sozial-System-Forschung. „Wir sehen hierbei eine hohe Bereitschaft aller, ihre Innovationskraft in den Dienst der Patientinnen und Patienten zu stellen, auch in Anerkennung von knappen Ressourcen in der Versorgung“, zeigte sich Dr. Barbara Jonischkeit, Leiterin Innovation bei der BIOPRO Baden-Württemberg, beeindruckt von der Diskussion zum Thema „Innovation in der Medizin – für alle?“.


Prof. Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsleitung der Landesagentur BIOPRO Baden-Württemberg, die den TREFFpunkt Gesundheitsindustrie in Kooperation mit dem Biopharma Cluster South Germany e.V. veranstaltet hat, sagte in seinem Schlusswort, man habe „heute viel mitgenommen, was die Gesundheitsindustrie beschäftigt und wie wir die Translation von Forschung in die Praxis weiter voranbringen können“, so Kindervater. „Da müssen wir in Baden-Württemberg dranbleiben. Und mit unserem Netzwerk aus Akteurinnen und Akteuren im Land sind wir hier auf einem guten Weg.“


Der nächste TREFFpunkt Gesundheitsindustrie findet am 22. Mai 2025 in Konstanz in Kooperation mit dem Regionalpartner BioLAGO e.V. statt. Weitere Informationen gibt es unter www.treffpunkt-gesundheitsindustrie.de


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